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Referat von Michael Emmerling am 23.5.2000

Stehende Wellen

1. Entstehung
    Stehende Wellen erhält man, wenn sich zwei gegenläufige Wellen mit gleicher Frequenz und möglichst gleicher Schwingungsamplitude überlagern. Folglich ist sie die resultierende Welle aus beiden "fortschreitenden" Wellen. Dieses Phänomen findet man beispielsweise bei vollständiger Wellenreflexion an einem Hindernis (z.B. Metallwand)
2. Eigenschaften:
    Sie enthält Schwingungsknoten (Stellen an denen überhaupt keine Schwingung auftritt) und Schwingungsbäuche (Stellen an denen die Schwingungsamplitude maximal ist).
Die Schwingungen zwischen zwei Knoten erfolgen gleichphasig, jedoch mit unterschiedlichen Amplituden. Die Schwingungen rechts und links eines Knotens erfolgen gegenphasig.
Der Abstand zweier benachbarter Knoten bzw. zweier benachbarter Bäuche beträgt .
Vergleich

  Stehende Welle Fortschreitende Welle
Aussehen das räumliche Wellenbild steht das räumliche Wellenbild bewegt sich mit Ausbreitungsgeschwindigkeit c
Phasenbeziehung Alle Schwingungen erfolgen gleich- oder gegenphasig Schwingungsphase ändert sich von Ort zu Ort; gleiche Phasen in Abständen der Wellenlänge
Amplituden Amplituden ändern sich von Ort zu Ort; Wiederholung in Abständen der halben Wellenlänge alle Schwingungen mit gleicher Amplitude
Energie Die Energie pendelt nur zwischen den Knoten und Bäuchen Die Energie wandert mit der Störung (Ausbreitungsgeschwindigkeit c)
sonstiges Alle Oszillatoren haben gleichzeitig die Auslenkung Null Zu keinem Zeitpunkt sind die Auslenkungen aller Oszillatoren Null

3. Gleichung der stehenden Welle

Die Wellengleichung einer in positive x-Richtung laufenden Welle ist:

Die in die negative x-Richtung laufende Welle gleicher Frequenz und Amplitude hat die Gleichung:

Die Interferenz beider Wellen erhält man mathematisch durch Addition der Elongationen:

4. Versuche zu stehenden Wellen:
 
a) Mechanischer Versuch:
Ein langes Federseil wird durch periodische Anstöße bestimmter Frequenzen zu stehenden Querwellen angeregt.

èErgebnis: Man erkennt die Erscheinung einer stehenden Welle. Das Zustandekommen dieser, erfolgt durch Reflexion der hinlaufenden Welle an einem festen Ende, wobei sich hinlaufende und entgegenlaufende Welle überlagern und das Wellenbild, das wir erkennen daraus resultiert.

b) Versuch mit Mikrowellen:
Eine Metallwand wird parallel zu einem Sendedipol (Dipol im Mikrowellensender) aufgestellt. Dadurch können sich die hinlaufende und die von der Metallwand reflektierte Strahlung überlagern.

èVersuchsergebnis: Wenn man den Raum zwischen Sendedipol und Metallwand mit dem Empfangsdipol abtastet, findet man abwechselnd Stellen mit maximalem (Schwingungsbäuche) und minimalem Empfang (Schwingungsknoten).
Die Überlagerung des hinlaufenden und des reflektierenden Strahlungsfeldes führt also zur Ausbildung einer stehenden elektromagnetischen Welle.

Mit dem Empfangsdipol wird der Abstand zwischen 21 Knoten gemessen. Dieser ist 31,7cm

è Da der Abstand zwischen zwei Knoten , errechnen wir eine Wellenlänge von 3,17cm. (Wert in der technischen Anleitung des verwendeten Mikrowellensenders: 3,18cm)
 

Graphische Darstellung einer stehenden Welle:


 
   Das Gymnasium: Friedrich-Koenig-Gymnasium, Würzburg Zurück: Physikseite