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Reale Substanzen in verschiedenen Aggregatzuständen

Zustandsfläche einer realen Substanz

Bei hinreichend tiefen Temperaturen ( T < Tk ) werden alle Gase flüssig und bei noch tieferen Temperaturen fest. Nehmen wir einen Körper einer bestimmten Stoffmenge n, so gibt es für jeden Zustand des Körpers einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Druck p, dem Volumen V und der Temperatur T. Dieser Zusammenhang läßt sich durch eine Zustandsgleichung in p, V und T ausdrücken und durch eine p-V-T-Fläche in einem räumlichen kartesischen Koordinatensystem darstellen (siehe Abb.). Es handelt sich bei unserer Abbildung um eine schematische, keineswegs maßstäbliche Darstellung.
Zustandsfläche realer Substanzen
Abb.: Zustandsfläche realer Substanzen (nach Sears und Zemansky)

Isothermen einer realen Substanz

Wir betrachten zunächst die Isothermen (T = const) und beginnen dabei mit den Kurven für hohe Temperaturen. Dabei verfolgen wir die Zustandsänderungen jeweils von großem Volumen ausgehend zu kleineren Volumina.

Bei Temperaturen T1 genügend weit oberhalb der kritischen Temperatur Tk, also T1 >> Tk sind die Isothermen Hyperbeln (Ideales Gas). Mit Annäherung an die kritische Temperatur werden sie verzerrt (Reales Gas).

Bei Temperaturen T2 zwischen der kritischen Temperatur Tk und der sogenannten Tripeltemperatur Ttr also Ttr < T2 < Tk ergeben sich Isothermen, wie sie bei den realen Gasen (Dämpfen) für Temperaturen unterhalb der kritischen Temperatur besprochen wurden. Bei Volumenverkleinerung bildet sich vom Punkt A2 der Zustandsfläche an bei konstant bleibendem Druck neben dem Gas (gesättigten Dampf) immer mehr Flüssigkeit, bis bei B2 die ganze Substanz verflüssigt ist.

Von der Temperatur Ttr an ist das Verhalten der Substanz für uns neu. Bei dieser Temperatur verläuft die Isotherme zunächst bis zum Punkt Atr der Zustandsfläche wie beim realen Gas (ungesättigten Dampf). Von Atr an existieren längs der "Tripellinie" gleichzeitig alle drei Aggregatzustände: fest, flüssig und gasförmig, nebeneinander. Bei weiterer Volumenverkleinerung bleibt der Druck (Tripeldruck) bis zum Punkt Ctr konstant. Es ändern sich dabei nur die Anteile der drei Aggregatzustände. Vom Punkt Ctr an ist die Substanz nur noch fest.

Bei Temperaturen T3 < Ttr hat man zunächst wieder den Verlauf der Isothermen eines realen Gases (Dampfes). Beim Punkt A3 der Zustandsfläche kommt man aber in ein Gebiet, in dem der feste Zustand neben dem gasförmigen existiert. Bei Volumenverkleinerung kondensiert immer mehr Gas (Dampf) unmittelbar, d.h. ohne flüssig zu werden, in den festen Aggregatzustand. Von B3 an ist die ganze Substanz fest geworden.

Projiziert man die p-V-T-Fläche der obigen Abbildung auf die p-V-Ebene, so erhält man die Kurven der nebenstehenden Abbildung. Das p-V-Diagramm ist eine Vervollständigung des Diagramms aus dem Unterricht durch Einbeziehen des festen Aggregatzustands. Längs der Tripellinie existieren die Mischphasen fest-gasförmig, fest-flüssig und flüssig-gasförmig nebeneinander.

V-p-Diagramm realer Substanzen
Abb.: V-p-Diagramm realer Substanzen

Isobaren einer realen Substanz

Denken wir uns eine reale Substanz in einem Zylinder mit leicht verschiebbarem Kolben eingeschlossen und den Druck p durch eine konstante Kraft auf den Kolben konstant gehalten. Bei Zufuhr von Energie durch Wärme, z.B. durch eine elektrische Heizung, steigt dann die Temperatur T oder es ändert sich der Aggregatzustand. Gleichzeitig ändert sich auch das Volumen V. Diese isobaren (p = const) Zustandsänderungen können wir auf der Zustandsfläche verfolgen.

Wir betrachten die in der Zustandsfläche gestrichelt eingezeichnete Isobare D E F G H I näher. Von D nach E steigt die Temperatur der festen Substanz. Dabei dehnt sie sich entsprechend aus. Sobald der Punkt E erreicht ist, beginnt bei weiterer Zufuhr von Energie die Substanz zu schmelzen, wobei die Temperatur konstant bleibt. Im Punkt F ist die ganze Substanz flüssig geworden.

Vom Punkt F aus steigt bei weiterer Zufuhr von Energie die Temperatur der Flüssigkeit unter gleichzeitiger Ausdehnung bis zum Punkt G. Hier beginnt die Flüssigkeit zu verdampfen. Trotz laufender Energiezufuhr bleibt die Temperatur konstant, bis im Punkt H alle Flüssigkeit verdampft, d.h. die Substanz vollständig in den gasförmigen Zustand (als reales Gas) übergegangen ist. Von H bis I steigt die Temperatur dieses realen Gases unter Volumenvergrößerung an. Die Substanz nähert sich dabei dem Zustand eines idealen Gases.
 
 

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