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Das Wasserstoffatom

Für den speziellen Fall des Coulomb-Potentials lassen sich die Lösungen der dreidimensionalen, zeitunabhängigen Schrödingergleichung

Kugelkoordinatenbestimmen, wenn man die Gleichung in Kugelkoordinaten transformiert. Dann sind die Lösungsfunktionen von der Form eines Produktes . Radialer Anteil und Winkelanteil können nun berechnet werden.

Die ersten sechs normierten Radialkomponenten Rn,l(r) der Gesamtwellenfunktion des Wasserstoffatoms lauten:
 
mit a0 = 0,53·10-10m (Bohr'scher Radius für n=1)

Diese Radialfunktionen sind lediglich von r abhängig. Ihre Form wird durch die Hauptquantenzahl n und die Nebenquantenzahl l bestimmt. Für den Energiezustand ist jedoch nur die Hauptquantenzahl n von Bedeutung.

Für die Wellenfunktion selbst muß noch der von den Raumwinkeln abhängige Term anmultipliziert werden. So lautet z.B. die Wellenfunktion für den Grundzustand:

mit 

In diesem Fall ist  konstant. Die Zustände mit l und m=0 besitzen also kugelsymmetrische Wellenfunktionen und somit auch kugelsymmetrische Aufenthaltswahrscheinlichkeiten für das Elektron.
 

Der Term der Kugelflächenfunktionen  ist von der Nebenquantenzahl l und der Magnetquantenzahl m abhängig. Für höhere Beträge von l und m werden die Terme wesentlich aufwendiger. Als Beispiel sei noch die Kugelflächenfunktion for l=2 und m=+/-1angegeben:

Die Wellenfunktion lautet dann:

Durch das Betragsquadrat dieser Wellenfunktionen wird die Aufenthaltswahrscheinlichkeit des Elektrons im Atom angegeben. Trägt man  für einen beliebigen Wert p zwischen 0 und 1 graphisch auf, so ergeben sich die bekannten Orbitaldarstellungen des Wasserstoffs.

Interessant ist aber auch die Betrachtung des Radialanteils alleine. Die Wahrscheinlichkeit , das Elektron in der Kugelschale  zu finden, ist aus radialsymmetrischen Gründen . Wir sehen, daß in den zu l = n-1 gehörigen Zuständen das Maximum gerade mit den entsprechenden Bohrschen Radien zusammenfällt. Dies ist eine nachträgliche Bestätigung der von Bohr in genialer Weise postulierten Quantisierungsbedingung für die Bewegung des Elektrons.
 
 
 

Radialfunktionen und radiale Aufenthaltswahrscheinlichkeiten für das Wasserstoffatom

Die linken Diagramme stellen Rn,l(r) dar, die rechten Wn,l(r). In allen Diagrammen ist nach rechts der Radius in Å aufgetragen (1Å = 10-10m).
 
n=1, l=0 
n=2, l=0 
n=2, l=1 
n=3, l=0 
n=3, l=1 
n=3, l=2 

 
 

Darstellungen der Wahrscheinlichkeitsverteilung verschiedener Zustände des H-Atoms

 
1s-Wellenfunktion eines wasserstoffähnlichen Atoms 
(n = 1; l = 0)
2s-Wellenfunktion eines wasserstoffähnlichen Atoms 
(n = 2; l = 0)
2p-Wellenfunktion eines wasserstoffähnlichen Atoms 
(n = 2; l = 1; m = -1,0,+1)
3s-Wellenfunktion eines wasserstoffähnlichen Atoms 
(n = 3; l = 0)
3p-Wellenfunktion eines wasserstoffähnlichen Atoms 
(n = 3; l = 1; m = -1,0,+1)
3ds-Wellenfunktion eines wasserstoffähnlichen Atoms 
(n = 3; l = 2; m = 0)
3dp-Wellenfunktion eines wasserstoffähnlichen Atoms. 
(n = 3; l = 1; m = -1,+1)
  Alle gezeigten Verteilungen bis auf die letzte sind rotationssysmmetrisch um die senkrechte Achse auf dem Bild. Diese letzte hat zweizählige Symmetrie um die Mittelachse der Keulen. Eine räumliche Darstellung findet sich hier oder bei Klick auf eines der Bilder.
   Das Gymnasium: Friedrich-Koenig-Gymnasium, Würzburg Zurück: Physikseite