Enrico Fermi
(* 29. September 1901 in Rom, + 28. November 1954 in Chicago)
Studierte seit 1918 in Rom Physik und promovierte 1922 in Pisa. Mit
einem Stipendium setzte er seine Studien bei Max Born und Paul Ehrenfest
fort. 1924 bis 1926 war er Dozent in Florenz, 1927 wurde er Professor der
theoretischen Physik in Rom.
Hier entwickelte er die schon in Florenz konzipierte später sog.
"Fermi-Dirac-Statistik" von Teilchen, die dem Paulischen Ausschlußprinzip
unterworfen sind.
1934 gab Fermi auf der Grundlage der Paulischen Neutrinohypothese die
Theorie des Betazerfalls. Im gleichen Jahr zeigte er im Anschluß
an die Joliot-Curiesche Entdeckung der künstlichen Radioaktivität,
daß aus fast allen Elementen durch Neutronenbombardement radioaktive
Isotope hergestellt werden können. Die Beobachtung, daß die
bei Neutronenbeschuß entstehende künstliche Radioaktivität
wesentlich vom umgebenden Material abhängt (und z. B. bei Wasser oder
Paraffin infolge der im Wasserstoff auftretenden Bremseffekte besonders
hoch ist), führte ihn zur Entdeckung der hohen Wirksamkeit langsamer
Neutronen.
1938 erhielt Fermi den Nobelpreis. Er ging von Stockholm aus nach Amerika,
um seine Familie (seine Frau war Jüdin) vor rassischer Verfolgung
in Italien zu bewahren. Er lehrte zunächst an der Columbia University
in New York und baute dort 1941 einen Reaktor, der sich jedoch noch nicht
selbst in Gang hielt.
Nach seinem Wechsel an die Universität von Chicago baute er dort
einen größeren Reaktor, der am 2. Dezember 1942 zu arbeiten
begann und die erste sich selbst erhaltende, kontrollierte Kettenreaktion
lieferte.
1943 ging er nach Los Alamos (Neu-Mexiko) und beteiligte sich dort
am Atombombenprojekt.
Nach dem Kriege kehrte er zur Grundlagenforschung zurück. Seine
letzte Entdeckung war die Anregung von Protonen (unter Massenzuwachs gemäß
Einsteins Energie-Masse-Äquivalenz) durch Beschuß mit schnellen
Mesonen.
|