Alessandro Volta
*18.2.1745 in Como, +5.3.1827 ebd.
In der Jesuitenschule in Como studierte Volta zunächst Philosophie;
sein Hauptinteresse aber galt den Naturwissenschaften, besonders der Physik.
Schon als Schüler trat er mit Physikern in Briefwechsel und veröffentlichte
1769 und 1771 seine ersten wissenschaftlichen Arbeiten. Volta forschte
hauptsächlich in seiner Lieblingswissenschaft, der Elektrizitätslehre.
Hier brachte er es zu bahnbrechenden Ergebnissen, die sich kaum mit dem
vergleichen lassen, was andere Forscher auf diesem Gebiet erzielt haben.
. . . Nachdem Luigi Galvani seine aufsehenerregende Entdeckung des Galvanismus
1791 bekanntgegeben hatte, fand Volta hier sein eigentliches Arbeitsgebiet.
Schon in seinen ersten Publikationen 1792 beseitigte Volta unrichtige Vorstellungen
Galvanis und gab klare Bedingungen für das Zustandekommen einer galvanischen
Aktion an. Volta erkannte, daß die tierischen Organe wie Froschschenkel
oder die menschliche Zunge hier als Anzeigeinstrumente wirken. Notwendig
sind zwei Leiter l. Klasse (Metalle) und ein Leiter 2. Klasse (Elektrolyt)
oder umgekehrt ein Leiter l. und zwei Leiter 2. Klasse.
Ein wesentlicher Schritt war im Jahre 1800 die Erfindung der Voltaschen
Säule. Mit diesem seinem größten Werk schenkte er der Menschheit
die erste brauchbare Spannungsquelle, die dauernd elektrischen Strom lieferte.
Dieses neue Gerät erweckte in der damaligen wissenschaftlichen Welt
ungeheures Interesse. Augusto Righi bemerkt hierzu: Wissenschaft und Technik
hatten nunmehr nicht nur eine augenblickliche Entladung eines Kondensators
zur Verfügung, sondern eine fortdauernde Entladung, als sollte sich
der Kondensator nie entleeren. François Arago schrieb: "Diese anscheinend
träge Masse, diese wunderliche Zusammenstellung, diese Säule
von so vielen Paaren ungleicher, durch etwas Flüssigkeit getrennter
Metalle . . . [ist] das wunderbarste Instrument, welches die Menschen jemals
erfunden haben, das Fernrohr und die Dampfmaschine nicht ausgenommen. "
. . . Fast alle Akademien Europas wählten ihn zum Mitglied; ein bleibendes
Denkmal setzte ihm die Wissenschaft, indem sie die Einheit der Spannung
mit Volt bezeichnete.
Spannungsmessung mit der Flammensonde:
Die Spannung zwischen zwei Punkten in einem elektrischen Feld kann mit
Hilfe der sogenannten Flammensonde gemessen werden. Diese besteht aus einem
isoliert geführten Draht, von dem ein Ende in eine Gas- oder Kerzenflamme
ragt und das andere mit einem elektrostatischen Voltmeter verbunden ist.
Da die Flamme die Luftmoleküle in der Umgebung des Drahtendes ionisiert,
kann der Draht das Potential der Umgebung der Flamme annehmen: es fließen
also Ladungen auf das Voltmeter und erzeugen einen Zeigerausschlag. Bringt
man die Flammensonde in das Feld eines Plattenkondensators, so kann man
zeigen, daß bei Vergrößerung des Abstandes von der geerdeten
Platte auch die Spannung U wächst.
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