Friedrich Koenig
1802 schließt er einen Vertrag mit seinem Jugendfreund Riedel und dessen
Frau zur Errichtung einer gemeinschaftlichen Buchhandlung und "zur Anlegung
einer Buchdruckerei" in Eisleben. Später jedoch treffen sie eine erneute
Vereinbarung: das Geld soll verwendet werden, um Koenigs Erfindung zu
entwickeln. Dieses Kapital von 5000 Talern ermöglicht ihm die Arbeit an einer
verbesserten Handpresse. 1804 entwickelt er in Suhl bei Mechaniker Kummer eine erste
Druckmaschine nach seinen Plänen. Es werden Druckversuche
durchgeführt, Koenig kann seine Maschine jedoch nie vollenden, da Riedel 1804
in finanzielle Schwierigkeiten gerät und die Arbeiten eingestellt werden
müssen. Auf der Suche nach Geldgebern begibt sich Friedrich Koenig daraufhin auf
Reisen nach Meiningen, Wien und Würzburg. Bei seinem Aufenthalt in Würzburg
zeigt er erstes Interesse am Kloster Oberzell,
besitzt jedoch keine Geldmittel, um es zu erwerben. Er reist weiter nach
Dresden, Hamburg, St. Petersburg und gelangt schließlich nach England.. Im März 1807 schließt er in dem wirtschaftlich weiter entwickelten England
einen Vertrag mit Thomas Bensley, einem anerkannten Buchdrucker: "Bensley
erklärt sich bereit, falls die Erfindung allen in den vom Herrn Koenig dem
Herrn Bensley übergebenen und mit seinem Namen unterzeichneten Erläuterungen
näher bezeichneten Zwecken entspricht, deren Geheimnis von Herrn Koenig
käuflich zu erwerben..." Nach 2 ½ Jahren sind jedoch immense Produktionskosten entstanden und Koenig
und Bensley schließen einen Gesellschaftsvertrag mit George Woodfall und
Richard Taylor. Deren Kapital soll zur Vollendung der Maschinen und den Erwerb
von Patenten eingesetzt werden. In England trifft Koenig auf Andreas
Bauer, einen Feinmechaniker aus Stuttgart; es entwickelt sich eine tiefe
Freundschaft zwischen beiden. In dem Vertrag mit Woodfall und Taylor wird Bauer
als Rechtsnachfolger Koenigs bestimmt. Am 29. März 1810 erhält Koenig sein erstes
Patent für eine Buchdruckpresse. Schon 1811 kann er sein zweites Patent anmelden: die Zylinderdruckmaschine 1814 erhält Koenig sein viertes Patent: die Schön- und Wiederdruckmaschine. Nun kommt es zu Uneinigkeiten mit Bensley. Dieser will die Maschinen nur in
seiner Druckerei verwenden und anderen vorenthalten, während Koenig an
verkauften Maschinen, nicht aber an Bensleys Druckerei interessiert ist. Koenig
verlässt England. Es wird vertraglich festgehalten, dass Bensley nicht
berechtigt ist, die Maschinen in England zu vertreiben, Koenig jedoch von
Deutschland aus in die ganze Welt exportieren darf. Mit Hilfe von Freunden kauft Koenig das Kloster Oberzell bei Würzburg.
Friedrich Koenig und Andreas Bauer schließen einen Gesellschaftsvertrag und
sind gleichberechtigte Partner der so entstandenen Firma "Koenig
& Bauer", der ersten Druckmaschinenfabrik Deutschlands. Beim Aufbau der neuen Fabrik im gegenüber England noch unterentwickelten
Deutschland gibt es beträchtliche Schwierigkeiten. Die gesamte
Fabrikeinrichtung muss aus England importiert werden. Erschwerend kommt hinzu,
dass sich keine Facharbeiter finden lassen und Landwirte aus der Umgebung im
Umgang mit den Maschinen ausgebildet werden müssen. König Ludwig I von Bayern unterstützte den industriellen Pioniergeist im Kloster Oberzell
1828 mit einem Privileg welches Friedrich Koenig auf die Dauer von 10 Jahren die
industriellen Verwertungsrechte für seine Erfindung sicherte. Außerdem wurde eine
Steuer-, Zoll-, und Mautbefreiung neben weiteren Vergünstigungen gewährt. Die Juli-Revolution 1830 in Frankreich bewirkt einen Rückgang der
Verkaufszahlen, besonders Koenigs Geschäftsbeziehungen mit Frankreich leiden.
Jedoch auch andere Interessenten nehmen vom Kauf einer Druckpresse Abstand, da
sie Aufstände ihrer Arbeitern befürchten, welche sich von den Maschinen in
ihrer Existenz bedroht sehen. Koenigs Engagement und Pioniergeist erlahmen. Er
resigniert und findet sich beinahe mit einem Bankrott der Firma ab. Am 24. Oktober 1825 heiratet er in Suhl Fanny, die Tochter einer alten
Freundin. Mit ihr hat er drei Kinder: Wilhelm, Friedrich und Luise. Das
häusliche Glück gibt ihm wieder neuen Auftrieb und mit ihm erholt sich auch
die Firma von ihren schlechten Jahren. Bald gehen bedeutende Bestellungen aus
Leipzig, Frankfurt, Frankreich, St Petersburg, Harleem und anderen Städten ein. Koenigs angegriffene Gesundheit setzt ihm allerdings sehr zu, besonders durch
das Auf und Ab der Geschäftskonjunktur und die Attacken rivalisierender Neider
verschlechtert sich sein Zustand immer weiter.
Johann
Friedrich Gottlob Koenig ist am 17. April 1774 in Eisleben
geboren. Nach Abschluss des Gymnasiums kann Friedrich Koenig wegen der
finanziellen Schwierigkeiten der Mutter nach dem Tod des Vaters nicht auf die
Universität und beginnt 1790 eine Lehre als Drucker und Setzer in der
Buchdruckerwerkstatt Breitkopf & Härtel in Leipzig. Bereits nach 4 ½ statt
wie üblich nach 5 Jahren beendet er seine Lehrzeit.
Daraufhin bildet er sich selbst als Hospitant in Hörsälen weiter. Sein
besonderes Interesse gilt den Fächern Mathematik und Mechanik.
Nach deren Fertigstellung interessiert sich John Walter jr., der Inhaber der
Times, für die neue Druckmaschine. Er ordert zwei
Druckmaschinen. Damit beginnt eine neue Ära in der Geschichte der
Zeitungsdrucks.
Am 15. Januar 1833 erleidet er einen Schlaganfall und verstirbt zwei Tage
später, am 17.Januar 1833. Sein Freund Bauer, seine
Frau, anschließend seine Kinder, Enkel und Urenkel führen die Fabrik zu neuer
Blüte.
Ralph Zimmermann und Marisa Klumpp