Neumünster - Kirche

An der Stelle, an welcher die 686 nach Würzburg gekommenen Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, sollen sie auch gewohnt haben. Sie wurden in ihrer Behausung im Jahre 689 im Auftrag der Herzogin Gailana enthauptet und ihre Leichen verscharrt.
742 setzte Bischof Burkard (741-753) die Überreste der Apostel auf dem Marienberg bei, um sie dann im Jahre 746 in der Gruft des am Mordplatz erbauten Salvatordomes wieder der Ruhe zu übergeben. Dieser Dom wurde 752 eingeweiht, fiel aber schon 102 Jahre später bei einem durch ein Gewitter ausgelösten Brand zum Opfer. Die neue Bischofskirche wurde nicht mehr über dem Apostelgrab, sondern südlicher an der Stelle des heutigen Domes erbaut.
990 ließ Graf von Rothenburg, ein Bruder des Bischofs Bernwart (990-995), ein Bethaus über dem Grab errichten. Bischof Heinrich Graf von Rothenburg (995-1025) erbaute dann östlich von dem Bethaus über der Kreuzgruft eine stattliche Kirche mit Kloster (später: Stift Neumünster).
Die neue Kirche erhielt den Namen: "Kirche zum neuen Münster zum hl. Johannes Evangelist"

Im Laufe der Jahrhundertwende wurden viele bauliche Änderungen an der Kirche vorgenommen:
Bischof Adalbero Graf von Lambach (1045-1085) ließ das über der Kiliansgruft stehende Bethaus entfernen und einen Westchor an das Neue Münster anbauen. Auch erhob er das zugehörige Kloster zum Stift.
Die Bischöfe Otto von Lobdeburg (1207-1223) und Hermann von Lobdeburg (1225-1254) stellten die baufällige Kirche in der Form der jetzt noch stehenden dreischiffigen Pfeilerbasilika wieder her (Rekonstruktion). Für die Finanzierung wurden wiederholt Ablasse ausgeschrieben.
Ein großer Um- und teilweiser Neubau der Kirche fand auf Veranlassung des Fürstbischofs Johann Philipp von Greifenklau (1699-1719) statt:

  • Der Westchor wurde durch einen mächtigen Kuppelbau mit der neuen Westfassade ersetzt
  • Die Kiliansgruft wurde vollständig umgebaut
  • Die Kirche wurde nach Westen durch die bekannte Westfassade zum Abschluss gebracht
Diözesanarchiv Würzburg


Leiter des Umbaus, mit dem am 18.6.1711 begonnen wurde, war Baumeister Valentino Pezani († 1719).
Die Verzierungen der Westfassade mit den Statuen erfolgte durch Jakob von der Aubera, beim Umbau auch Joseph Greifing genannt. Über vier Jahrzehnte dauerte der Umbau und die innere Ausschmückung, bis der Bau 1716 - der Kuppelbau von Balthasar Neumann erst 1735 - vollendet wurde (siehe Grund- und Aufriss). Eine durchgreifende Restaurierung der Kirche erfolgte nochmals 1880 und 1983-1985.
Unter der Kirche liegen im Osten die Kreuzgruft und im Westen die Kiliansgruft.

Als bei einem Sturm am 27.10.2002 die Spitze der Kuppel abknickte und in die Kuppel einbrach, wurde diese stark beschädigt.

Weiterzulesen über das Stift Neumünster.


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